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Mein erstes kleines Highlight waren die ersten Schritte in den Balaton. Aus den ersten Schritten wurden immer mehr und mehr, denn das Wasser ist über weite Strecken so flach, dass ich mehr als 100 Meter hineinlaufen konnte und an vielen Stellen nur bis zur Hüfte im Wasser stand. Wer hier also Schwimmen mag, muss entweder Fit genug sein um weit vom Ufer wegzulaufen oder aufpassen, dass er sich nicht die Knie aufschabt.

Mit dem Knie aufschaben ist natürlich übertrieben, schon alleine wegen des tollen, sandigen Untergrundes. Die kaum vorhandene Strömung, das flache Wasser und der tolle Sandboden, machen den größten Teil der Badelandschaft des Balatons aus und sind somit nicht umsonst ein ideales Ausflugsziel für Familien mit kleinen Kindern.

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Vor der spontanen Abreise in Richtung Ungarn, habe ich mir noch zwei Highlights herausgesucht, welche ich unbedingt sehen möchte. Das erste stand nach meiner kleinen morgendlichen Erfrischung im doch recht warmen Nass an. Von Sofiok aus ging es auf die gut ausgebaute Autobahn in Richtung West-Balaton, in die etwa 90 Kilometer entfernte Kleinstadt Keszthely.

Hier befindet sich das wunderschöne, im 18 Jahrhundert erbaute Barockschloss Festetics, für mich ein absolutes Muss für alle kulturinteressierten Urlauber in der Region des Plattensees. Als wir angekommen sind, musste ich zu meinem Erstaunen feststellen, dass nur eine Überschaubare Menge an Besuchern vor Ort waren, ich hatte mit Reisebussen und Massentourismus gerechnet. So war es natürlich sehr viel entspannter.

Tag 1 – Das Barockschloss Festetics

Das weitläufige Areal mit dem in hellen Tönen strahlenden Schloss und den vielen Nebengebäuden ist in eine wunderschöne Parkanlage eingebettet.
Wir haben den Seiteneingang genutzt und zunächst den Stallhof passiert, ehe ich den ersten Blick auf das Schloss werfen konnte. Vor mir Stand es also nun, das drittgrößte Schloss Ungarns und ich war begeistert.

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Beidseits des Hauptweges in Richtung Schloss befinden sich zwei niedliche Brunnen und davor jeweils mehrere kleine Beete, bei denen natürlich auch der für die Region typische Lavendel nicht fehlen darf. Der Weg führt weiter zu dem kleinen Torbogen, welcher einen Zugang zu dem Hinterhof des Schlosses gewährt.
Auf der rechten Seite hat sich ein kleines, gemütliches Kaffee eingerichtet und nebenan befindet sich, direkt im Schloss, der Ticketschalter, unsere erste Anlaufstelle. Wir haben uns für die Besteigung des Turms (500 HUF), welcher sich direkt über dem mittleren Torbogen befindet, sowie für die Besichtigung der Orangerie (1300 HUF) mitsamt eines kleinen Vogelparks, entschieden.

Schlossturm

Der kleine Turm lohnt sich auf jeden Fall und ist relativ schnell und problemlos, über eine Wendeltreppe. erklommen. Hoch oben angekommen, hat man die Auswahl von vier kleinen Balkonen mit einer jeweils wunderschönen Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Am beliebtesten ist natürlich der Seeblick auf den unendlich groß wirkenden Balaton.

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Nachdem ich mich einigermaßen satt gesehen hatte, genoss ich den nicht minder schönen Ausblick von den anderen Balkonen.
Vor mir erstreckte sich die weitläufige Park- und Schlossanlage, im Hintergrund wirkte das kleine Städtchen Keszthely mit seiner Kirche und dem entspannten Markttreiben verträumt und irgendwie recht niedlich.

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Orangerie

Die Orangerie befindet sich unweit von dem Hauptgebäude entfernt. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Park begrüßte uns hinter dem Eingang eine riesige Agave. Sie wirkte wie der Türvorsteher, welcher Zugang zu einer weitläufigen Kakteenlandschaft gewährt.

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Die hier vorherrschende Ruhe wurde lediglich durch die Gärtner unterbrochen, die sich bei den recht hohen Temperaturen liebevoll um das Wohl der Kakteen, Pflanzen und Bäume kümmerten. In den verschiedenen Gewächshäusern warten eine Vielzahl an Kakteen und tropischen Pflanzen darauf, entdeckt zu werden.

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Neben riesigen Drachenbäumen, Elefantenfüßen und anderen, teils in voller Blüte stehenden, Pflanzen, hat mich besonders die Frangipani beeindruckt.
Der kleine Vogelpark in dem Areal der Orangerie ist wirklich sehr liebevoll angelegt und lädt Groß und Klein zum Verweilen und Beobachten ein. Besonders niedlich und Zuschauermagnet war der flauschige Nachwuchs der Schwäne, Enten und Fasane.

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Tag 2 – Bootstour auf die Halbinsel Tihany

Die Halbinsel Tihany befindet sich im nördlichen Teil des Balaton und ist von vielen Touristenorten mit dem Boot aus erreichbar. Wir wollten zuerst von Siofok aus fahren (Fahrtzeit etwa 1,5 Stunden), haben uns dann aber dazu entschieden, mit dem Auto nach Balatonföldvár zu fahren und von dort aus überzusetzen (ca. 40 Minuten).

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Tipp! Wer es etwas ruhiger und idyllischer mag, aber dennoch nicht zu weit von der Partymeile Siofok entfernt sein möchte, der sollte einen Blick auf Balatonföldvár legen. Der kleine Ort mit seinem idyllische Hafen, den kleinen Hotel- und Appartementanlagen und dem gepflegten Strand versprühen ein ruhiges, gemütlichen Flair.

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Durch das recht ruhige Wasser, verlief die Bootsfahrt sehr ruhig und so erreichten wir nach etwa 40 Minuten den Hafen von Tihany. Wer sich hier, wie meine Begleitung, in das kühle Nass begeben möchte, kann für 500 HUF den Privatstrand nutzen.

Mein Ziel war jedoch die Erkundung der Region, insbesondere die Besichtigung der hoch gelegenen, berühmten Abtei Apátság, welche einen wunderschönen Blick auf den Balaton verspricht. Der Weg ist zwar relativ steil aber dafür entsprechend kurz und trotz der hohen Temperaturen in etwa 15 bis 20 Minuten gut zu bewältigen.

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Oben angekommen, gönnte ich mir in dem Restaurant Echo erst einmal einen Eiskaffee, gepaart mit einem traumhaften Blick über den Balaton. Der Name Echo geht zurück auf das Phänomen, welches bereits berühmte Ungarische Poeten entdeckten. Am fuße des Restaurants markiert die Statue einer jungen Dame den idealen Punkt um einen Echo-Laut hervorzubringen, welcher von den Mauern der Kirche bis zu sieben Mal zurückgeworfen wird.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter zur Kirche Apátság, entlang der Mauer mit einem wunderschönen Blick auf den Balaton. In der Kirche selbst lassen sich von 9 bis 18 Uhr die Kirche, die Gruft, das Gedenkzimmer von König Karl IV sowie eine Kunstausstellung besichtigen.

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Da ich leider nur noch knapp eine Stunde Zeit hatte bevor ich mich wieder in Richtung Hafen begeben musste, wollte ich aber lieber mehr von der Umgebung sehen. Von der Kirche ging es ein paar Stufen hinab in den Dorfkern, es war so unglaublich idyllisch und ich bin so froh gewesen, dass ich die Zeit genutzt habe, um mich ein wenig mehr umzusehen. Besonders die kleinen Geschäfte entlang der Gassen luden mich zu einem kleinen Bummel ein.

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Im Vordergrund stand hier natürlich wieder der Lavendel, die Handwerkskunst der Keramikherstellung und Verzierung sowie der berühmte ungarische Paprika. Sogar ein eigenes Paprika Haus, mit einer Fassade voller getrockneter Peperoni ist hier zu besichtigen. Bevor ich mich wieder in Richtung Hafen aufmachte, stand noch der Via Dolorosa auf dem Plan. Der Kreuzweg hinauf auf den Hügel mit den drei steinernen Kreuzen ist ein magischer Ort, ein Ort um in sich zu gehen und bei vollkommener Ruhe den wunderschönen Ausblick auf Apátság und das Umland zu genießen.

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