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Wir Menschen werden oft als Leistungstiere bezeichnet. Egal ob privat oder im Berufsleben, von uns wird meist Hochleistung gefordert und erwartet; und das möglichst rund um die Uhr.
Vielen von uns mag dies normal vorkommen. Der Grund ist, dass wir uns im Laufe der Zeit daran gewöhnt haben; daran gewöhnt, zu funktionieren und weniger auf den Körper zu hören. Immerhin vollbringen wir im Dauerstress Höchstleistungen.

Damit wir weiterhin leistungsfähig bleiben und unser Immunsystem nicht verrückt spielt, bilden wir das so genannte Cortisol aus. Eine Folge davon ist die so genannte Leisure Sickness – auch als Freizeitkrankheit bekannt.

Was ist Cortisol?

Cortisol wird in den Nebennieren gebildet und ist ein Anti Stress Hormon. Das stark entzündungshemmende Hormon schützt den Körper vor den Folgen von negativem Stress und ist an der Entstehung diverser seelischer Leiden und psychischer Erkrankungen beteiligt.

Der hohe Cortisolwert sorgt dafür, dass das Immunsystem unterdrückt und der Stresszustand als normal angesehen wird. Im Umkehrschluss heißt dies, dass der Körper scheinbar intakt ist und man wahre Höchstleistungen vollbringen kann. In Wirklichkeit steht man jedoch unter enormer körperlicher Belastung. Das intakte Immunsystem wird regelrecht geblockt und macht uns so anfällig für Erkältungen und Infektionen. Der hohe Cortisolspiegel hält uns im Dauerstress, im Alarmzustand – quasi im Stand By Modus. Wenn der Stress dann mit einmal abfällt und der Cortisolspiegel sinkt, ist das Immunsystem mit der Situation regelrecht überfordert.

Die Folgen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der Stressbafall kann dafür sorgen, dass wir die ersten Tage im Urlaub mit einer Erkältung, Verdauungsbeschwerden, Kraftlosigkeit und z.B. mit Migräne im Bett liegen. Im Fachjargon heißt dies Leisure Sickness und ist für einen Teil der Bevölkerung ein ernstes Problem.

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Was kannst du also tun, damit dein Cortisolspiegel möglichst dauerhaft gering ist?


1. Entspannung durch moderaten Sport

Regelmäßiger Sport ist nicht nur gut für unser Herz-Kreislauf-System, es hat auch einen enormen Einfluss auf unser mentales Befinden. Man baut unnötig Stress ab, kann von der Arbeit abschalten und letzten Endes leichter entspannen.
Aber Vorsicht: Ich rede von moderatem Sport. Denn auch Leistungssport oder das überwinden der persönlichen Leistungsgrenzen, führt zu einem enormen Stress für den Körper. Also lieber 20 Minuten entspannt Walken, Joggen oder Laufen als sich an einem Marathon versuchen.

2. Entspannungsübungen

Der Klassiker sind nach wie vor Entspannungsübungen. Egal ob Meditationen, Yoga oder Tai Chi, langsame, bewusste Bewegungen und das Hineinhorchen in den eigenen Körper, sorgen für eine seelische und körperliche Entspannung. Neben den soeben aufgezählten Entspannungsmöglichkeiten, sind bewusste Atemübungen eine effektive Ergänzung. Das bewusste Atmen, insbesondere die bekannte Zwerchfellatmung bzw. Bauchatmung, bringen Ruhe in den eigenen Körper. Schon wenige Minuten reichen aus, um ein Absenken des Cortisolspiegels zu bewirken.

3. Die richtige Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung wirkt immer noch wahre Wunder. Vielleicht hast du auch schon einmal von so genannter “Nervennahrung” gehört. Verzichte so gut es geht auf Zucker oder Koffein. Zucker löst einen Schub an Hormonen wie Adrenalin oder Cortisol aus. Dieser kann bis zu mehrere Stunden anhalten. Statt zur klassischen Schokolade, solltest du so die Bittervariante bevorzugen. Diese gilt nämlich als Präbiotisches Lebensmittel und ist ideal für eine positive Darmflora.

4. Zeit an der frischen Luft und in der Natur verbringen

Egal ob in der Mittagspause oder nach der Arbeit, ein gemütlicher Spaziergang ist eine einfache Möglichkeit zum Stressabbau. Dabei senkst du nicht nur den Cortisolspiegel, sondern ebenso deinen Puls und den Blutdruck. Besonders entspannend ist ein Spaziergang bzw. ein Ausflug in die Natur. Die dort herrschende Ruhe wird sich garantiert auf dich übertragen und dir helfen, dich von den stressigen Gedanken zu lösen.

5. Lass das Smartphone aus

In der heutigen Zeit nimmt das Smartphone eine immense Rolle im Arbeitsleben als auch in der Freizeit ein. Selbst im Urlaub können sich viele nicht von dem kleinen Stressverursacher trennen. Versuche einfach dein Handy so wenig wie möglich zu nutzen, lege es im Urlaub möglichst für mehrere Stunden am Tag weg. Wenn du einmal den Kontrollzwang überwunden hast, wirst du auch viel eher abschalten werden. In den meisten Fällen verpasst du ohnehin nichts.

6. Nimm dir bereits vor deiner Reise eine kleine Auszeit

Bei den meisten ist die Urlaubszeit komplett verplant. Bis Freitag stand man noch im Berufsstress, dann geht es nach Hause, es wird schnell gepackt und ab in das Auto oder in das Flugzeug. Dass dies einen enormen Stress für den Körper bedeutet, ist natürlich nachvollziehbar. Wenn irgendwie möglich, empfehle ich dir, zunächst zwei bis drei Tage etwas runterzufahren. So kann dein Körper sich langsam an die neue Situation gewöhnen und du dich von dem plötzlichen Stressabfall erholen.

7. Genieße deinen Urlaub und verplane ihn nicht

Natürlich möchten viele von uns möglichst viel im Urlaub sehen und entdecken. Das kann bei einer oder zwei Wochen schon in Stress und einem kleinen Marathon ausarten. Versuche also weniger zu planen und die Zeit mehr zu genießen. Picke dir wenige Dinge heraus, die du gern sehen und erleben möchtest und sieh alles andere als Bonus an.

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