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Impfungen

Überblick über Impfungen, für die du dich
ärztlich beraten lassen solltest

Bei den folgenden Informationen handelt es sich um keine medizinische Beratung. Bitte sprecht mindestens 6 Wochen vor Reiseantritt mit eurem Hausarzt oder einem Tropenmediziner.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir, abgesehen von exotischen Reisezielen, nie Gedanken über mögliche und notwendige Impfungen gemacht. Genauso wenig wie über eine vielseitig ausgestattete Reiseapotheke oder eine Reiserücktrittsversicherung. Ganz nach dem Motto: „Ich will einfach nur in den Urlaub! Was soll mir schon passieren?“, ging es in die weite Welt hinaus. Dass das Risiko-Nutzen-Verhältnis klar für eine Impfung spricht, die auch keinen großen Aufwand bedarf, wurde mir nach und nach immer bewusster. Wie man sich auch in anderen Lebenssituationen schützen sollte, um Spaß zu haben, sollte man auch für das ausgiebige Reisevergnügen auf den ein oder anderen Schutz zurückgreifen, um keine böse Überraschung zu erleben.

  1. Impfungen in Europa

  2. Grundimpfschutz den jeder haben sollte

  3. Wichtige Impfungen für weltweite Reiseziele

  4. Wo wird geimpft und wer trägt die Kosten? 

Benötige ich in Europa wirklich Impfungen?

Bisher habe ich mir für einen Urlaub in Europa nie Gedanken über Impfungen gemacht. Und wenn wir ehrlich sind, machen es die wenigsten. Das schlimmste was mir im Urlaub widerfahren ist, ist ein Sonnenbrand.

Aber weit gefehlt. Impfungen wie gegen Hepatitis A, Typhus, FMSE oder Tollwut sind ebenso in Europa sinnvoll.

So kann Hepatitis A durch verunreinigte und rohe Lebensmittel, wie z.B. Muscheln, aber auch Obst und Gemüse übertragen werden. Wenn du besonders gern in der Natur unterwegs bist, vor allem abseits der Wege und Pfade, solltest du über eine FSME Impfung nachdenken. Die so genannte Frühsommermeningoenzephalitis wird bekanntermaßen durch Zecken übertragen.

Für Reisen nach Ost- und Südosteuropa ist Vorsicht vor Tollwut geboten. Die vielen umherstreunenden Tiere, Tollwut wird zu 99% von Hunden (besonders Hundewelpen) übertragen, können unter Umständen Träger dieser tödlichen Krankheit sein. Diese Impfung solltet ihr auch rechtzeitig in Angriff nehmen, da mehrere Impfungen notwendig sind.

Diese Impfungen sollte jeder haben

Wenn ihr in euren Impfausweis schaut, sollte euch die ein oder andere Impfungen bekannt vorkommen und zu eurem Standardschutz gehören.

Die STIKO (Ständige Impfkommission) des Robert Koch-Instituts gibt regelmäßige Empfehlungen für Impfungen. So solltet ihr bereits im Kindesalter eine Grundimmunisierung gegen Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Diphtherie, Tetanus und Polio (Kinderlähmung) erhalten haben.

Der Keuchhusten-Impfstoff wird im Erwachsenen-Alter einmalig, gemeinsam mit der Diphtherie und Tetanus- Impfung, verabreicht. Letztere beiden solltet ihr alle zehn Jahre auffrischen lassen.

Tetanus / Wundstarrkrampf

Tetanus ist eine Bakterielle Infektion die über Wunden in den Körper eindringt. Die Folge ist eine Schädigung des Nervensystems. Dies führt zu Muskelkrämpfen bis hin zum Tot.

Da es keine Therapie gibt, zählt diese Impfung zu den Grundimpfungen und wird bereits im Kindesalter, in Kombination mit der Diphtherie-Impfung verabreicht. Eine Auffrischung erfolgt im Erwachsenenalter alle zehn Jahre.

Diphterie

Diphterie ist ebenso eine bakterielle Infektion, die als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Erste Anzeichen sind eine Halsentzündung, die im schlimmsten Fall zu Atemnot und Erstickung führt. Durch das Bakterium wird ein Gift in den Körper gebracht, welches zu einer Schädigung des Herzens und weiterer Organen führt.

Wie bei der Impfung gegen Tetanus, handelt es sich bei der Diphtherie-Impfung ebenso um eine Grundschutzimpfung und wird in Kombination mit der Tetanus-Impfung durchgeführt.
Im Kindesalter sorgen vier Impfungen für eine Immunisierung, die Auffrischung im Erwachsenenalter erfolgt dann ebenso alle zehn Jahre.

Wichtige Impfungen für eure Reiseziele weltweit

Hepatitis A

Bei der Hepatitis A handelt es sich um eine Viruserkrankung, die oral oder fäkal über verseuchte Nahrungsmittel übertragen wird. Jedoch kann der Virus ebenso durch Blutkontakt weitergegeben werden. Die Krankheit wird meist begleitet von Durchfall, Erbrechen, Fieber, Bauchschmerzen und Gelbsucht.

Erste Krankheitszeichen treten erst 2-6 Wochen nach der Infektion auf. Von Insekten bzw. Tieren kann Hepatits A nicht übertragen werden.

Risikogebiete:
Süd- und Osteuropa, Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika

Impfung:
– Schutz 2 Wochen nach der ersten Impfung
– für einen Langzeitschutz von 10-15+ Jahren sollte eine zweite Impfung 6-12 Monate nach der ersten erfolgen

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Hepatitis A


Hepatitis B

Während die Hepatitis A hauptsächlich oral oder fäkal über verunreinigte Lebensmittel übertragen wird, wird der Hepatitis B-Virus durch Blut, Körperflüssigkeiten sowie durch Sexualkontakt übertragen. Der Verlauf der Hepatitis B Erkrankung ist von Fall zu Fall unterschiedlich und wird bei Erwachsenen oftmals nicht erkannt.

Zu 90% handelt es sich um eine klinische Hepatitis, welche mit grippeartigen Symptomen, wie Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen und Durchfällen beginnt. In der Folge kommt es häufig zu Gelbsucht und Leberschädigungen.

Die chronische Hepatitis B erleiden etwa 10% der Infizierten. Sie führt häufig zu Leberzirrhose und Ausbildung eines Leberkrebses. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2 Wochen und 6 Monaten.

Risikogebiete:
weltweit | besonders häufig in Nordamerika, Australien, Zentralafrika und Südostasien

Impfung:
– erfolgt bereits im Säuglingsalter
– bei Erwachsenen in Kombination mit Hepatitis A möglich
– die Grundimmunisierung (3 Impfungen) sollte nach 10 Jahren aufgefrischt werden

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Hepatitis B


Cholera

Cholera ist eine bakterielle Infektion, die nur Menschen befällt und nicht von Tieren übertragbar ist. Sie führt unter anderem zu schweren Durchfällen, Erbrechen und Flüssigkeitsverlusten. Fieber tritt keines auf. Dennoch kann Cholera im schlimmsten Fall zu Kreislaufversagen führen und tödlich enden. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen im Schnitt 2-3 Tage, erste Anzeichen können aber bereits nach wenigen Stunden auftreten.

Übertragen wird Cholera durch die Aufnahme von verunreinigten Lebensmitteln oder Wasser. Die Verunreinigung entsteht durch Fäkalien und Erbrochenen infizierter Personen.

Risikogebiete:
Südostasien, Indien und Indonesien, Vorderasien, Afrika sowie in Mittel- und Südamerika

Impfung:
– Kinder von 2-6 Jahren erhalten 3 Grundimpfungen im Abstand von 1-6 Wochen
– Schluckimpfung: 2 Grundimpfungen im Abstand von 1-6 Wochen

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Cholera

 


Gelbfieber

Gelbfieber wird durch eine Stechmückenart übertragen und zählt zu den schweren Virusinfektionen. Die Moskitos stechen vor allem in den Tagesstunden und befallen sowohl Menschen als auch Affen. Durch Moskitostiche wird der Virus dann von Mensch zu Mensch oder von Affe zu Mensch übertragen.

Drei bis sechs Tage nach der Infektion erfolgt ein erster Fieberschub, begleitet von Allgemeinerscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit. Nach einem scheinbar gesunden Abschnitt, erfolgt in der zweiten Phase eine schwere Leberentzündung. Mögliche Leber- und Nierenversagen vergiften den Organismus nach und nach und führen in bis zu 50% der Fälle zum Tot.

Da die Krankheit nicht medikamentös behandelt werden kann, ist eine Impfung unbedingt ratsam. In Risikoländern ist bei Einreise der Nachweis der Impfung Pflicht, da sich der Virus ausbreiten und zu einer Epidemie führen kann.

Risikogebiete:
viele Länder in Afrika sowie in Mittel- und Südamerika

Impfung:
– neue Regelung: Einmalige Impfung mit lebenslangem Schutz
– viele Länder akzeptieren dies noch nicht und verlangen den Nachweis einer Auffrischung nach 10 Jahren
– der Schutz, liegt bei nahezu 100% und setzt nach 10 Tagen ein

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Gelbfieber


Japanische Enzephalitis

Wie beim Gelbfieber, handelt es sich bei der Japanischen Enzephalitis um eine schwere Virusinfektion, die über eine heimische Mücke von Haustieren auf den Menschen übertragen wird. Während 90% der Infektionen ohne Symptome verlaufen, kommt es in einigen Fällen, insbesondere bei Kindern, zu einer Gehirnhautentzündung mit Krampfanfällen sowie zu Bewusstseinstrübungen bis hin zum Tot.

Da es keine Therapie oder Medikamente gibt, sollte für eine Reise nach Asien, besonders während der Regenzeit, eine Impfung vorgenommen werden.

Risikogebiete:
Süd- und Südostasien

Impfung:
– zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Japanische Enzephalitis


Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)

Bei der FSME handelt es sich um eine Virusinfektion die über Zecken übertragen wird.

Zum größten Teil, etwa 70%, verläuft sie harmlos. Bei ca. 30% der Infizierten kommt es zu einer leichten Erkrankung, kann aber in einigen Fällen zu einer Hirnhautentzündung und Nervenlähmung kommen. Da es keine Therapie gibt, sollte besonders bei Reisen in die Natur (Wanderungen, Trekkingtouren, Expeditionen etc.) eine Impfung in Betracht gezogen werden.

Vorkommen:
Süddeutschland, Österreich, Osteuropa, Mittelasien

Impfung:
– drei Schutzimpfungen; 1-3 Monate nach der ersten erfolgt die zweite; 12 Monate nach der ersten die dritte
– Auffrischung alle drei Jahre

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Frühsommermeningoenzephalitis


Tollwut

Bei Tollwut handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die vor allem durch Hunde übertragen wird und fast immer zum Tot des Infizierten führt.

Die Auslösung der Tollwut durch Füchse, Fledermäuse und Waschbären ist hingegen eher selten der Fall. Übertragen wird die Tollwut durch Speichelkontakt, durch Biss- oder Kratzverletzungen oder durch die Übertragung des Speichels in die Augen-, Nasen- oder Mundschleimhäute (durch Speichel an den Händen).

In den meisten Fällen bricht die Krankheit erst nach 20-70 Tagen aus, sie kann aber bereits nach wenigen Tagen oder erst nach einigen Jahren ausbrechen. Der Tollwut-Virus führt zu Krampfanfällen, aggressivem Verhalten, Koma und schließlich zum Tot durch Atemlähmung.

Risikogebiete:
in vielen Ländern weltweit, besonders in Entwicklungsländern

Impfung:
– eine Impfung nach dem Kontakt mit dem infiziertem Tier ist unverzüglich notwendig
– vorbeugend bietet eine dreimalige Impfung innerhalb von 4 Wochen nahezu 100%-igen Schutz
– die Auffrischung erfolgt nach einem, nach drei sowie nach fünf Jahren

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Tollwut


Typhus

Bei Typhus handelt es sich um eine schwere bakterielle Infektion. Verursacht durch verseuchtes Trinkwasser und Nahrungsmittel, führt sie zunächst zu Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber. Außerdem kann es zu einer Hirnhautentzündung sowie zu Darmschäden kommen. Das Risiko, dass sich der Krankheitsträger zu einer chronischen Krankheit entwickelt, liegt bei etwa zwei bis fünf Prozent. Die Inkubationszeit beträgt meist zwischen 10 und 14 Tagen.

Vorkommen:
Südamerika, Afrika, Südostasien

Impfung:
– Schluckimpfung: Schutz für ca ein Jahr
– Injektion:  Schutz für 2 bis 3 Jahre

Weitere Informationen erhälst du auf der Seite des Tropeninstitut:  Typhus

Wo wird geimpft und wer trägt die Kosten?

Die gängigen Impfungen kannst du dir bei deinem Hausarzt verabreichen lassen. Alternativ, und bei längeren Reisen von Vorteil, ist eine Beratung bei einem Tropenmediziner.

Ein Ausnahmefall ist die Gelbfieber-Impfung. Hierfür gibt es spezielle Impfzentren, welche in den größeren Städten zu finden sind (Übersicht der Impfzentren: Tropeninstitut).

Die meisten Impfungen, insbesondere die Grundschutzimpfungen, werden von der Krankenkasse getragen. Die Kosten für entsprechende Reiseimpfungen können, je nach Krankenkasse, auf Basis der Kostenrückerstattung geltend gemacht werden. Hierzu reichst du einfach die Rechnung des Arztes (Behandlung + Impfstoffkosten) bei deiner Krankenkasse ein. Natürlich solltest du dich im Vorhinein bei deiner Krankenkasse über die Erstattung der Kosten informieren.

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